"Wer herzhaft lacht, hat mich nicht richtig verstanden."
Che
Guevara

Memory

Ich lag auf dem Bett meines Motelzimmers und dachte über mich und meine Zukunft nach. Es fiel mir immer noch schwer, mich mit der Entscheidung, dass ich hierher gekommen war, abzufinden. Forks, was war schon Forks im Vergleich zu L.A und San Francisco? Genau absolut nichts!
Ich ließ meinen Blick über die Decke gleiten, von der sich schon Putz gelöst hatte.
'Wie lange man wohl hier nicht mehr renoviert hatte?'
Obwohl ich diesem Motel wirklich zugutehalten sollte, dass es sauber war und die Möbel ansonsten in Ordnung waren.
Mein Blick blieb an dem Ventilator, der sich unablässig an der Decke drehte, haften.
Dieser hatte seine besten Zeiten längst hinter sich gebracht und ich wollte nicht diejenige sein, die dieses scheiß Teil auf den Kopf gedonnert bekam.
Ich ließ regelrecht die Seele baumeln, was ich nicht allzu oft tat, bis mir einfiel, dass mein Koffer noch offen in einer Ecke des Zimmers stand.
Ich konnte wenigstens ein paar meiner Sachen ausräumen und in dem kleinen Schrank verstauen.
Mit Mühe schwang ich mich aus dem Bett und schlenderte auf meinen Koffer zu, schnappte mir diesen und katapultierte ihn auf das Bett.
Das dadurch entstehende Geräusch verhieß nichts Gutes, ein ordentlicher Fick war in diesem Bett nicht möglich.
Nachher würde ich das Bettgestell nur vollkommen zerstören.

Nacheinander zog ich meine Oberteile aus dem Koffer und zu meinem beschissenem Glück war meine Kleidung einigermaßen knitterfrei.
Ich verspürte keinerlei Ambitionen dazu zu bügeln, also versuchte ich mit so viel Feingefühl wie möglich die Kleidung zusammenzulegen.
Nachdem ich meine Oberteile, von denen ich nicht viele besaß, verstaut hatte, machte ich mich daran die Hosen und Röcke aus dem Koffer zu zerren.
Ich hatte sie regelrecht in den Koffer gestopft, man konnte ehrlich sagen, dass ich zu dumm zum Koffer packen war.
Das war mir allerdings scheiß egal, denn glücklicherweise mussten diese Kleidungsstücke von mir nie gebügelt werden.
Nach der dritten Hose fiel etwas auf den Boden und ich bückte mich danach.
Es war ein Foto, dass ich vor vier Jahren aufgenommen hatte.
Auf dem Bild war ein hübscher junger Mann mit mir zu sehen, sein Anblick löste die unterschiedlichsten Gefühle ihn mir aus. Was wir gehabt hatten, war mit einer Beziehung vergleichbar gewesen.
Auf dem Foto war Aiden zu sehen.




»Schokolade«, erklärte Aiden. »Ist eigentlich kein Aphrodisiakum.«
»Wieso steht dann der Fonduetopf neben deinem Bett«, fragte ich ihn mit hochgezogener Augenbraue.
»Zum reinen Vergnügen. Aber chemisch betrachtet«, er hielt inne, um den Streifen geschmolzener, dunkler Schokolade zwischen meinen Brüsten aufzulecken. »finden sich in Schokolade zwar durchaus stimmungsverändernde Bestandteile, aber nicht ausreichend viele, um irgendeine Wirkung zu erzielen.«
Obwohl er mit seiner kräftigen muskulösen Figur, der olivfarbenen Haut und den geradezu perfekten Gesichtszügen nicht gerade dem Stereotypen eines Strebers entsprach, so war Aidens doch in der Lage, sich alle möglichen merkwürdigen Fakten zu merken.
»Vielleicht wenn man dreißig Kilo auf einmal essen würde. Aber dann wärst du gar nicht mehr genug in Form, um auch nur an Sex zu denken.«
Er tauchte den Finger in die warme Schokolade und tropfte sie auf einen meiner Nippel. Die Wärme ließ mich vor Lust erschaudern.
Er hatte sie geschickt aufgelöst, sie war nicht so heiß, dass sie brannte, aber heiß genug um mich selbst richtig heißzumachen.
»Das Ganze ist einfach …«
Ich vergrub meine Finger in seinem langen dunklen Haar und zog ihn zu meinem in Schokolade getauchten Nippel. Mein fester Griff ließ Aiden aufstöhnen, und er machte sich sofort ans Werk.

Im Gegensatz zu der heißen Schokolade fühlten sich seine Lippen und seine Zunge fast kühl an. Aber sie wurden schnell heißer durch sein sanftes Lecken, Reiben und freudigen Nuckeln, das meine zarte Haut in seine Mundhöhle einsog.
Er biss fest genug zu, um mich die Schärfe seiner Zähne spüren zu lassen, und ich musste nach Luft schnappen. Wir mochten es beide ein bisschen handfester, sind bei diesen Dominanzspielen aber stets beide Gewinner.
Eine seiner Hände erkundete meine Brüste. Er streichelte sie zunächst, kniff dann aber fester zu, sodass die Lustwellen nur so durch meinen Körper jagten.
Ich war mir nicht sicher, wo seine andere Hand geblieben war, bis ich sie sich schließlich meinem Mund näherte. Zwei seiner Finger hatte er in Schokolade getaucht.
Dies war das erste Mal, dass ich die dunkle, seidige Mischung probieren konnte, mit der er meinen Körper beträufelt hatte.
Er hatte sie mit Erdbeerlikör angerührt, und der Geschmack, war so himmlisch, ich vergaß für eine Sekunde glatt, dass ich mit seinen Fingern ja vielleicht auch etwas Erotisches anstellen konnte, als einfach nur den Geschmack der Schokolade daran zu genießen.
Und er wies mich mit ungefähr derselben Durchtriebenheit darauf hin, wie ich sie eben an den Tag gelegt hatte, soll heißen, er machte einfach Fickbewegungen mit seinen Fingern.
Die Nerven in meiner Zunge reagierten sofort und schickten ihre Signale direkt zu meiner Mitte. Seine Bewegungen lösten denselben oral fixierten Reflex in mir aus, als würde ich einen Schwanz lutschen.
Aber seine Finger waren weitaus agiler als sein Gemächt. Sie strichen über meine Zunge und kitzelten die empfindlichen Stellen an meinem Gaumen.
Das zusammen mit der Schokolade und der Nippelbehandlung, und ich war klitschnass.
Aiden goss noch mehr Schokolade über meine Brüste, tunkte seine Finger erneut in die warme Flüssigkeit und führte sie wieder an die Lippen.
Beim dritten Mal war mein Gesicht ganz und gar schokoladenverschmiert.
Er fickte mich mit viel köstlich schmeckenden Fingern und dehnte meinen Mund weiter auf, als jeder Schwanz das bisher geschafft hatte. Meine Nippel waren mittlerweile harte Knospen und von seinen Zuwendungen aufs Herrlichste empfindlich.
Ich wollte mehr.
Und das sagte ich ihm auch. Die Belohnung bestand aus einer Spur warmer, geschmolzener Schokolade auf meinem Bauch, der er mit der Zunge folgte, während sie hinab zu meiner rasierten Scham floss.
Dann wanderte seine Zunge zurück zu meinem Bauch, um sicherzugehen,, dass er dort auch jeden Tropfen erwischt hatte.
Ich packte ihn erneut bei den Haaren und versuchte, seine Zunge dorthin zu dirigieren, wo ich sie am dringendsten brauchte. Aber Aiden lachte nur und entzog sich mir.
»Spreiz deine Beine noch weiter«, ordnete er mit lustheiserer Stimme an.
Als ich nicht schnell genug gehorchte, in erster Linie, weil ich Probleme hatte, auch nur die einfachsten Sätze zu verarbeiten, drückte er kurzerhand meine Knie auseinander.
Aber dieser Ansatz von bloßer Gewalt erregte mich nur noch mehr.
Er schob ein Kissen unter meinen Po, setzte sich dann auf den Knien zurück und genoss die Aussicht.

»Du bist so feucht.«
Seine Stimme klang fast ehrfürchtig.
»Deine Schamlippen sind wunderschön. Angeschwollen und saftig. Ich sollte einen Spiegel holen, damit du es selbst sehen kannst. Aber das würde zu lange dauern.«
So offen, verletzbar und zur Schau gestellt vor ihm zu liegen, machte mich sogar noch feuchter. Mein Kitzler fühlte sich an wie ein Schwanz.
Er war so hart, ich hatte das Gefühl, jemand damit ficken können. Und wenn er es mir erlaubte, dann würde ich seinen Mund damit ficken.
Ich konnte nicht mal mehr in verständlichen Worten betteln, sondern gab stattdessen nur noch ein tierisches Heulen von mir, das tief aus meinem Innersten kam.
»Bitte«, keuchte ich und warf den Kopf in den Nacken vor Ekstase.
Er griff nach dem kleinen Löffel, den wir benutzt hatten, um die Schokoladenmischung umzurühren, und nahm damit erneut etwas von der warmen Flüssigkeit.
Er träufelte sich ein wenig auf das Handgelenk, um die Temperatur zu prüfen, und leckte sie dann mit deutlichem Vergnügen ab.
Nun ließ er die Schokolade vom Löffel auf meinen Kitzler tropfen, eine dickflüssige und cremige Perle nach der anderen.
Die Schokolade fühlte sich auf dieser empfindlichen Stelle weitaus heißer an als auf meinen Brüsten und dem Bauch.
Aber es war eine angenehme Hitze.
Die Art von Hitze, die meine Leidenschaft zu Hochtouren antrieb. Fast wie heißes Wachs, nur besser, weil es sich um Schokolade handelte. Und Schokolade ist nun mal … na ja, man konnte sie eben auflecken. Mein Körper bebte, und ich stand kurz vorm Explodieren.
Als er dann anfing, die braune Köstlichkeit abzulecken, explodierte ich tatsächlich. Und nachdem er seine Finger in meinen feuchten Eingang geschoben hatte und dort die Bewegungen nachahmte, mit denen er schon meinen Mund verführt hatte, konnte ich mich nur noch aufbäumen und mich seiner gierigen Zunge und den geschickten Händen entgegen wölben.
Das Gefühl war fast zu viel für mich. Fast, aber eben nicht ganz. Ich befand mich einfach auf dem schmalen Grat, auf dem Ekstase sich mit Qual vermischt und der einen zu ungeahnten Höhen der Lust führt.
Als der Raum um mich herum wieder einigermaßen zu erkennen war, fand ich mich in seinen Armen wieder. Er wiegte mich hin und her. Ich war zwar verklebt und völlig fertig, gleichzeitig aber auch sehr, sehr glücklich.
»Ist, noch was von der Schokolade übrig?«, fragte, ich.
Er sah mich anzüglich an. »Willst du noch mehr?«
»Oh ja«, schnurrte ich. »Ich meine allerdings, mehr Schokolade. Ich muss sagen, ich bin tatsächlich ein bisschen … hungrig.«



Das war unser letzter gemeinsamer Abend gewesen, eine Woche später war er tot. Der Gedanke daran, dass Aiden wegen mir ermodert wurde, war wie ein Stich ins Herz
Aiden hatte ich auf eine Weise geliebt, es waren wirkliche Gefühle im Spiel gewesen.
Den Tod hatte ich ihm niemals gewünscht, er hatte mehr verdient.
Nur meines Egoismus wegen musste er sterben, nur wegen mir wurde er von Ihnen umgebracht.
Seit ich diesen Fehler begangen hatte, ließ ich kaum Gefühle mehr in dieser Richtung zu.
Ich konnte nicht riskieren, dass noch mehr Menschen ihre Leben wegen mir verlieren würden.
Eine einzelne Träne lief mir über die Wange, es war die erste seit Jahren, die ich zuließ.
Und es würde die letzte gewesen sein, für die nächsten Jahre.

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